Claude lässt sich in Microsoft Copilot datenschutzkonform ausgestalten, fällt laut Microsoft aber nicht unter die EU-Datengrenze. Anthropic ist als Subprocessor in Copilot, Copilot Studio, Power Platform und Researcher eingebunden, Microsofts Product Terms und der Datenverarbeitungszusatz (Data Protection Addendum, DPA) gelten. Die Verarbeitung findet jedoch außerhalb der EU-Datengrenze statt, sobald ein Tenant Claude zulässt.
Stand: Oktober 2026. Die Angaben beruhen auf Microsoft Learn, zuletzt aktualisiert im Oktober 2026. An der Kernaussage hat sich seit dem Sommer nichts geändert: Anthropic-Modelle bleiben ausgenommen von der EU-Datengrenze.
Kurzfassung
- Laut Microsoft Learn sind Anthropic-Modelle in Copilot, Copilot Studio, Power Platform und Researcher derzeit von der EU-Datengrenze ausgenommen (Stand: Oktober 2026).
- Die globale Subprocessor-Einstellung steht für Tenants in EU, EFTA und Vereinigtem Königreich standardmäßig auf Keine Nutzer, die Einstellung für Word, Excel und PowerPoint dagegen bei Tenants nach dem 25. März 2026 auf An.
- Das betrifft IT-Leitung und Datenschutzbeauftragte, die beide Einstellungen im Microsoft 365 Admin Center prüfen und die Entscheidung dokumentieren sollten.
Claude in Microsoft Copilot: der Stand
Microsoft hat Anthropic als Subprocessor aufgenommen. Seitdem lassen sich Claude-Modelle in Copilot-Erlebnissen nutzen, etwa über „Mit Copilot bearbeiten“ in Word, Excel und PowerPoint, in Copilot Studio bei der Agent-Erstellung oder in Researcher. Außerhalb von EU, EFTA und Vereinigtem Königreich ist Anthropic für die meisten kommerziellen Tenants standardmäßig aktiv.
Innerhalb dieser Regionen unterscheidet Microsoft zwei Schalter. Die globale Einstellung „AI providers operating as Microsoft subprocessors“ steht standardmäßig auf „Keine Nutzer“, bis eine KI- oder Globale Administratorin beziehungsweise ein entsprechender Administrator sie umschaltet. Die seit dem 3. April 2026 verfügbare Einstellung „Copilot in Microsoft 365 apps with Anthropic models“ ist laut Microsoft Learn bei Tenants in EU, EFTA und Vereinigtem Königreich, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, standardmäßig an. Für ältere Tenants verweist Microsoft auf das Message Center. Die frühere getrennte Einstellung für Anthropic als eigenständigen Auftragsverarbeiter hat Microsoft am 1. Mai 2026 abgeschaltet, wer damals zugestimmt hatte, muss neu zustimmen.
Claude und die EU-Datengrenze
Die EU-Datengrenze ist eines der zentralen Verkaufsargumente von Copilot für europäische Unternehmen: Kundendaten werden für die abgedeckten Dienste innerhalb der EU verarbeitet. Microsoft Learn nennt die Ausnahme offen. Anthropic-Modelle in Copilot, Researcher, Copilot Studio, Power Platform und Copilot in Microsoft 365 Apps sind derzeit von der EU-Datengrenze und von Zusagen zur Verarbeitung im Land ausgenommen. Für Word, Excel und PowerPoint hält Microsoft das auf der Seite zur Anthropic-Einstellung eigens fest.
Wird Claude genutzt, können Prompt-Inhalte, E-Mail-Texte oder Dokumentkontext auf Anthropic-Infrastruktur außerhalb der EU verarbeitet werden. Für Tenants mit Mandats-, Patienten- oder Portfoliodaten ist das eine Entscheidung, die vor der Aktivierung fällt, nicht danach.
Eine zweite Kategorie hat andere Bedingungen: „Anthropic models with Data Retention“, etwa Fable 5.0. Hier handelt Anthropic laut Microsoft als eigenständiger Auftragsverarbeiter nach den Geschäftsbedingungen und dem Datenverarbeitungszusatz von Anthropic, nicht nach Microsofts DPA. Anthropic speichert die meisten Ein- und Ausgaben bis zu 30 Tage. Diese Modelle sind in jedem Tenant standardmäßig aus und brauchen eine eigene Freigabe. Für bestimmte Organisationen läuft Fable 5.1 dagegen mit Anthropic als Subprocessor, ohne Speicherung von Kundeninhalten durch Anthropic.
Claude Datenschutz im Unternehmen prüfen
Für deutsche Unternehmen ergeben sich drei Schritte.
Beide Einstellungen prüfen, nicht annehmen. Im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot, Einstellungen die Seite „AI providers operating as Microsoft subprocessors“ öffnen und den Status für Anthropic kontrollieren. Danach die Einstellung für Word, Excel und PowerPoint ansehen, denn sie kann bei jüngeren Tenants bereits an sein. Wenn die globale Einstellung für alle Nutzer oder bestimmte Gruppen aktiv ist, lässt sich die App-Einstellung laut Microsoft nicht mehr ändern.
Rollenzuweisung statt Alles-oder-nichts. Die Freigabe lässt sich auf einzelne Nutzer oder Microsoft-Entra-Sicherheitsgruppen begrenzen. Für Teams mit sensiblen Abläufen lohnt eine bewusste Trennung, statt Claude tenantweit freizugeben, nur weil einzelne Fachbereiche das längere Kontextfenster nutzen wollen.
Die Grundsatzfrage offen halten. Datenschutz-Zusagen bei SaaS-KI ändern sich, sobald ein Anbieter neue Modelle integriert. Wer Abläufe mit dauerhaft schutzbedürftigen Daten betreibt, prüft, ob eine private KI-Infrastruktur diese wiederkehrende Einzelfallprüfung ersetzt. Eine Einordnung von Copilot-Alternativen bietet der Beitrag Microsoft Copilot Alternative für Unternehmen.
Claude DSGVO: Einordnung
„Copilot ist DSGVO-konform“ ist keine pauschale, sondern eine modell- und funktionsabhängige Aussage. Microsoft benennt die Ausnahme selbst, sie steht nur in der Admin-Dokumentation und nicht im Marketingtext. Unternehmen, die Copilot bereits im Tagesgeschäft nutzen, gehen die Subprocessor-Einstellungen einmal aktiv durch, statt sie im Standardzustand zu belassen.
Die Frage stellt sich ähnlich bei anderen Anbietern. Wie ChatGPT im Unternehmen datenschutzkonform auszugestalten ist, beschreibt der Beitrag ChatGPT und DSGVO im Unternehmen. Wie sich datenschutzkonforme KI-Nutzung unabhängig vom Anbieter aufbaut, zeigt Datenschutzkonforme KI für Kanzleien und Unternehmen. Was das aktuelle Anthropic-Modell kann und über welche Wege es in der EU verfügbar ist, steht im Beitrag Claude Opus 5.5. Die Lizenzkosten für den Rollout rechnet der Beitrag Microsoft Copilot Kosten durch.