Hetzner vermietet mit seiner GEX-Serie dedizierte GPU-Server für KI-Workloads, von einer einzelnen RTX PRO 4000 bis zu vier gekoppelten RTX PRO 6000 Blackwell, laut eigener Produktseite ohne vorinstallierte KI-Software. Wer Hetzner KI für den eigenen Betrieb prüft, mietet damit reine Rechenleistung: Modell-Serving, Vektorspeicher und Zugriffssteuerung baut das Unternehmen selbst auf, anders als bei einer verwalteten Plattform.
Kurzfassung
- Hetzner vermietet mit der GEX-Serie dedizierte GPU-Server für KI-Workloads, ohne eigene Modellplattform oder vorinstallierte KI-Software.
- Die Preise reichen laut Hetzners Preisliste von 214 Euro im Monat für eine RTX PRO 4000 bis 3.599 Euro für vier RTX PRO 6000, Stand Oktober 2026.
- Das betrifft Unternehmen, die zwischen gemieteter Rechenleistung zum Selbstbetrieb und einer vollständig verwalteten privaten KI-Infrastruktur abwägen.
Was Hetzner bei KI tatsächlich anbietet
Die GEX-Serie sind dedizierte Root-Server mit eigenem Zugang, bestückt mit einer oder mehreren GPUs der Blackwell-Generation. Laut Produktseite liefert Hetzner dazu ein Betriebssystem nach Wahl, etwa Debian oder Ubuntu, und unbegrenzten Traffic bei allen vier Modellen. Was die Seite nicht liefert: eine vorinstallierte Software-Schicht für Modell-Serving, keine Auswahl kuratierter Modelle und keine Vektordatenbank. Verlinkte Anleitungen, etwa zur Installation von Ollama mit einem offenen Modell, beschreiben durchgehend die Einrichtung durch die Kundschaft selbst.
Damit ist Hetzner KI das Gegenstück zum IONOS AI Model Hub: IONOS betreibt eine fertige Multi-Tenant-Inferenz-Plattform mit fester Modellliste und Abrechnung pro Token, Hetzner vermietet nur die Hardware darunter. Wer Hetzner nutzt, baut den kompletten Stack selbst, näher am Eigenbetrieb-Ende einer privaten KI-Infrastruktur als an einer gemieteten Plattform.
Standorte und Datenresidenz: keine durchgehende Deutschland-Zusage
Primärstandort für alle vier GEX-Modelle ist laut Produktseite Helsinki in Finnland. Für die beiden größeren Modelle, GEX131 und GEX430, nennt der Seitenkopf zusätzlich Falkenstein in Deutschland, die Detailtabelle und die FAQ derselben Seite führen für dieselben Modelle aber ausschließlich Helsinki. Diese Widersprüche stehen so auf der eigenen Produktseite, nicht nur in einer Zusammenfassung Dritter, und bedeuten, dass sich der tatsächliche Serverstandort vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen lässt, nicht einfach aus der Produktseite übernehmen lässt.
Eine ausdrückliche Zusage wie bei einer deutschen Vertragsseite, dass Verarbeitung ausschließlich in Deutschland läuft, gibt es bei den GPU-Servern nicht. Die allgemeine Hetzner-Cloud-Seite nennt nach ISO 27001:2022 zertifizierte Standorte in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki, allerdings ohne direkten Bezug zu den GPU-Servern. Betreiberin ist die Hetzner Online GmbH mit Sitz in Gunzenhausen, eingetragen beim Amtsgericht Ansbach. Die Datenschutzseite von Hetzner macht zu Auftragsverarbeitung und konkreten Rechenzentrumsstandorten der Datenverarbeitung keine eigene Angabe, sie verweist stattdessen auf die separate Datenschutzerklärung. Was ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit einem KI-Anbieter unabhängig vom konkreten Anbieter regeln muss, beschreibt der Beitrag Auftragsverarbeitungsvertrag für KI-Anbieter.
Preise: Hetzner GPU-Server, Stand Oktober 2026
Stand: Oktober 2026, Preise laut Hetzners eigener Produktseite, zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
| Modell | GPU | RAM | Monat | Stunde | Einrichtung | Standort |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GEX45 | 1 × RTX PRO 4000 Blackwell SFF (24 GB) | 64 GB DDR4 | 214,00 Euro | 0,3429 Euro | 209,00 Euro | Helsinki |
| GEX63 | 1 × RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (96 GB) | 128 GB DDR5 | 999,00 Euro | 1,6009 Euro | 999,00 Euro | Helsinki |
| GEX131 | 1 × RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (96 GB) | ab 256 GB DDR5 | ab 1.499,00 Euro | 2,4022 Euro | 1.499,00 Euro | Helsinki, laut Seitenkopf auch Falkenstein |
| GEX430 | 4 × RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (384 GB gesamt) | 128 GB DDR5 ECC | 3.599,00 Euro | 5,7676 Euro | 3.599,00 Euro | Helsinki, laut Seitenkopf auch Falkenstein |
Alle vier Modelle laufen mit unbegrenztem, kostenlosem Traffic, ausgenommen ist nur ein optionaler 10-Gigabit-Uplink. Das ist ein planbarer Festpreis pro Server und Monat, unabhängig davon, wie viele Anfragen das darauf laufende Modell tatsächlich verarbeitet, ein klarer Unterschied zur token-basierten Abrechnung einer gemieteten Inferenz-Plattform.
Wo die GPU-Miete an Grenzen kommt
Drei Punkte bleiben unabhängig vom gewählten Modell bestehen. Erstens liefert Hetzner laut eigener Produktseite ausschließlich Hardware und ein Betriebssystem, keine Software für Modell-Serving, keinen Vektorspeicher und keine Zugriffssteuerung. Das komplette Fundament einer Inferenz-Umgebung baut und pflegt das Unternehmen selbst, inklusive Sicherheitspatches, Treiber-Updates und Monitoring der GPU-Auslastung. Zweitens bleibt der Serverstandort uneinheitlich dokumentiert: Wer eine vertraglich zugesicherte Verarbeitung ausschließlich in Deutschland braucht, findet dafür auf der eigenen Produktseite keine verlässliche Grundlage. Drittens liefert ein gemieteter Server wie bei jeder reinen Infrastruktur keine Agentenlogik, kein Rollenmodell und keinen Freigabeprozess, das entwirft und betreut ein Unternehmen zusätzlich selbst, genau wie bei einer eigenen privaten KI-Infrastruktur, nur ohne die Unterstützung eines Partners beim Aufbau.
Hetzner GPU-Server gegen eigene private KI-Infrastruktur
| Kriterium | Hetzner GPU-Server | Eigene private KI-Infrastruktur (verwaltet) |
|---|---|---|
| Umgebung | Dedizierte Hardware, Software-Stack komplett selbst installiert | Dedizierte Plattform, Aufbau und laufender Betrieb durch einen Partner |
| Modellwahl | Frei wählbar, inklusive Fine-Tuning, in Eigenregie | Frei wählbar, inklusive Fine-Tuning, mit Unterstützung beim Aufbau |
| Agentenlogik, Rollenmodell | Nicht enthalten, vollständig selbst zu entwickeln | Teil des Aufbaus |
| Datenstandort | Primär Helsinki, Deutschland-Angabe für zwei Modelle uneinheitlich | Vertraglich frei festlegbar, inklusive On-Premise in Deutschland |
| Abrechnung | Fester Server-Mietpreis pro Monat oder Stunde | Projektpreis plus laufende Infrastrukturkosten |
| Betrieb | Monitoring, Patches und Updates komplett beim Unternehmen | Betrieb optional durch Partner übernehmbar |
Verdict: Wann Hetzner reicht
Ein gemieteter Hetzner-Server reicht für Unternehmen, die bereits ein Team mit der Kapazität haben, Modell-Serving, Vektorspeicher und Zugriffssteuerung selbst zu installieren und dauerhaft zu betreiben, und die vor allem einen planbaren, niedrigen Festpreis für reine GPU-Rechenleistung suchen. Für diesen Fall ist die Server-Miete ohne Plattformaufschlag ein echter Kostenvorteil gegenüber einer verwalteten Lösung.
Eine eigene private KI-Infrastruktur lohnt sich, sobald kein internes Team für den laufenden Betrieb der Serving-Komponenten verfügbar ist, sobald eine vertraglich zugesicherte Verarbeitung ausschließlich in Deutschland zwingend ist, oder sobald über die reine Inferenz hinaus eine Agentenlogik mit Rollenmodell und Freigabeprozess gebraucht wird. In diesen Fällen entscheidet sonst nicht der eigene Prozess über das Vorgehen, sondern die Lücke zwischen gemieteter Hardware und einer tatsächlich einsatzfähigen Plattform.
Was jetzt zu tun ist
Prüf zuerst, ob dein Team die Kapazität hat, Modell-Serving und Vektorspeicher dauerhaft selbst zu betreiben, inklusive Patches und Monitoring, oder ob diese Aufgabe besser bei einem Partner liegt. Kläre danach, ob eine vertraglich zugesicherte Verarbeitung ausschließlich in Deutschland zwingend ist, und lass dir den tatsächlichen Serverstandort vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen, weil die Produktseite selbst dazu widersprüchliche Angaben macht. Rechne den Festpreis der Server-Miete gegen den internen Aufwand für Betrieb und Patches, bevor echte Geschäftsdaten durchlaufen.