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Claude Sonnet 5.5: Anthropic hält den Preis, hebt das Tempo

Anthropic hat Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht: gleicher Preis wie Sonnet 5, laut Hersteller deutlich mehr Tempo. Preise, Benchmarks und Einordnung.

Andre Loreth6 Min. Lesezeit
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Gezeichnete goldene Scheibe, die mit diagonalen Tempolinien in Terrakotta und Oliv nach rechts durchs Bild fliegt

Anthropic hat am 28. September 2026 Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht, das zweite Modell der neuen 5.5-Generation nach Opus 5.5. Die API-Preise bleiben laut Anthropic exakt auf dem Niveau von Sonnet 5, während die Ausgabegeschwindigkeit deutlich steigen soll. Haiku 5.5 fehlt der Generation noch.

Kurzfassung

  • Anthropic hat Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht, zum unveränderten Preis von Sonnet 5, aber laut Hersteller mit spürbar höherem Tempo.
  • Sonnet 5.5 soll über 30 Prozent schneller antworten und bis zu 30 Prozent weniger kosten pro Aufgabe, teilte Anthropic mit (Stand: September 2026).
  • Das betrifft jede Automatisierung, die bislang mit Sonnet 5 kalkuliert war, und jede Integration mit abgeschaltetem Thinking oder erzwungener Tool-Nutzung.

Claude Sonnet 5.5: Preis bleibt gleich

Claude Sonnet 5.5 läuft in der API unter der Modell-ID claude-sonnet-5-5 und ist laut Anthropic für die Kombination aus Tempo und Fähigkeit ausgelegt, mit einem Kontextfenster (der maximal verarbeitbaren Textmenge je Anfrage) von 1 Million Token und einer maximalen Ausgabelänge von 128.000 Token. Verfügbar ist das Modell über die Claude API, Amazon Bedrock, Google Cloud und Microsoft Foundry.

Bei den API-Preisen ändert sich nichts. Stand: September 2026 gelten für die drei aktuellen Modelle folgende Listenpreise in US-Dollar je 1 Million Token:

PreispositionSonnet 5.5Sonnet 5Opus 5.5
Input2 USD2 USD4 USD
Output10 USD10 USD20 USD
Batch (Input/Output)1 / 5 USD1 / 5 USD2 / 10 USD
Cache-Reads0,20 USD0,20 USD0,20 USD

Die Ersparnis beziffert Anthropic über den Preis pro Aufgabe. Weil Sonnet 5.5 weniger Token und weniger Werkzeugaufrufe für dieselbe Aufgabe brauche, sollen Aufgaben bis zu 30 Prozent günstiger laufen als mit Sonnet 5. Eine unabhängige Prüfung dieser Rechnung gibt es bislang nicht.

Benchmarks nah an Opus 5.5

Die folgenden Werte stammen aus Anthropics eigenen Release-Angaben. Es sind Messungen des Herstellers, keine unabhängige Prüfung. Alle Werte in Prozent.

BenchmarkSonnet 5.5Sonnet 5Opus 5.5
Terminal-Bench 4.0 (Coding im Terminal)70,610,366,4
OSWorld 2.1 (Computerbedienung)80,157,081,8
CursorBench 4.055,534,157,8
Humanity’s Last Exam (mit Tools)64,554,967,7
FrontierCode 1.146,242,454,4

Der Sprung gegenüber Sonnet 5 fällt auf allen fünf Benchmarks deutlich aus, bei Terminal-Bench 4.0 liegt Sonnet 5.5 sogar leicht vor Opus 5.5. Auf den übrigen vier Benchmarks bleibt Opus 5.5 vorn, der Abstand ist aber klein geworden.

Sonnet 5.5 oder Opus 5.5

Mit der engeren Benchmark-Lücke stellt sich die Modellwahl innerhalb der eigenen Produktfamilie neu. Für die meisten Automatisierungen im Mittelstand, etwa Klassifikation, Extraktion aus Rechnungen oder strukturierte Antworten auf Kundenanfragen, reicht Sonnet 5.5 bei einem Fünftel des Output-Preises von Opus 5.5. Opus 5.5 bleibt die Wahl, wenn ein Fehler teuer wird oder eine Aufgabe mehrstufiges Schlussfolgern über viele Zwischenschritte braucht, etwa eine komplexe Vertragsprüfung.

Welche der beiden Preisstufen für einen konkreten Workflow reicht, zeigt erst ein Test am eigenen Prozess. Ein Ablauf, der bislang aus Kostengründen komplett auf Sonnet lief, kann jetzt in zwei Schritte zerlegt werden: die Routinearbeit bei Sonnet 5.5, die wenigen kritischen Schritte bei Opus 5.5. Den vollständigen LLM-Vergleich über alle Anbieter hinweg, samt Preis- und Hosting-Pfaden, haben wir separat zusammengestellt. Was Opus 5.5 bei seiner eigenen Veröffentlichung im September 2026 mitgebracht hat, beschreibt der Beitrag Claude Opus 5.5.

Was sich für Integrationen ändert

Fünf Änderungen brechen bestehenden Code, der bislang gegen Sonnet 5 lief. Wer eine Automatisierung mit Sonnet 5.5 betreibt oder umstellt, sollte diese Punkte vorher prüfen:

  • Schalte das Thinking nicht mehr mit disabled ab, das gibt jetzt einen Fehler. Nutze stattdessen die neue Einstellung between_tools.
  • Erzwinge keine Werkzeugnutzung mehr über tool_choice: any oder tool_choice: tool, beides schlägt fehl. Nutze auto mit strikter Werkzeugdefinition.
  • Rechne damit, dass gespeicherte Denkschritte (Thinking-Blöcke) an das Modell und den bisherigen Gesprächsverlauf gebunden sind und nach nachträglichen Änderungen am Verlauf verworfen werden.
  • Wechsle bei der Bildschirmsteuerung (Computer Use) auf der Claude API und bei Google Cloud auf das neue Werkzeugset computer_toolset_20260801, das alte Werkzeug wird dort nicht mehr akzeptiert.
  • Lass Temperatur- und Sampling-Parameter (temperature, top_p, top_k) auf dem Standardwert, ein abweichender Wert löst einen Fehler aus.

Eine sechste Änderung kommt ohne Fehlermeldung. Kurze Texte zwischen Werkzeugaufrufen liefert die API jetzt als Denk-Block, in der Standardeinstellung bleiben sie leer. Eine Oberfläche, die diesen Text bisher live anzeigt, wird dadurch zwischen den Aufrufen stumm.

Auch die Stufen für den Denkaufwand hat Anthropic neu kalibriert. Gemeint ist das Reasoning, also das mehrstufige Schlussfolgern vor der eigentlichen Antwort. Die Voreinstellung steht auf „high“, eine von Sonnet 5 übernommene Einstellung verhält sich deshalb anders. Dazu kommt ein Punkt für den Betrieb: Sonnet 5.5 ist das erste Sonnet-Modell mit den Cybersicherheits-Schutzmaßnahmen von Opus. Auch harmlose Sicherheitsaufgaben können dadurch häufiger abgelehnt werden. Die Ablehnung nennt eine Kategorie, optional wiederholt die API die Anfrage automatisch mit Sonnet 5.

Claude in der EU: nur über Cloud-Partner

Direkt über die Anthropic-API unterstützt Claude Sonnet 5.5 laut eigener Dokumentation nur die Regionen global und USA, eine eigene EU-Region gibt es nicht. Eine garantierte Verarbeitung in der EU bleibt weiterhin nur über Amazon Bedrock oder Google Cloud mit regionalem Endpunkt möglich, jeweils mit einem Aufschlag von rund 10 Prozent gegenüber dem globalen Zugang. Ob Sonnet 5.5 schon zum Start in den EU-Regionen beider Anbieter bereitsteht, geht aus der Dokumentation bislang nicht hervor.

Wie sich Verarbeitungsort, Speicherung und Vertragspartner bei mehreren Anbietern sauber auseinanderhalten lassen, beschreibt der Beitrag KI und EU-Datenresidenz. Wie schnell sich eine Datenschutz-Zusage bei einem einzelnen Anbieter verschieben kann, zeigt der Fall Claude in Microsoft Copilot.

Einordnung

Andre Loreth hält den unveränderten Preis für die eigentliche Nachricht. Anthropic verkauft die neue Generation über mehr Leistung zum bisherigen Tarif, eine bestehende Kostenkalkulation bleibt damit gültig. Der Aufwand beim Wechsel liegt in der Technik: Wer Thinking abschaltet, Werkzeuge erzwingt oder Sampling-Parameter setzt, muss den Code anpassen, bevor Sonnet 5.5 läuft. Die vom Hersteller genannten 30 Prozent bei Tempo und Kosten sind bislang unabhängig nicht geprüft, ebenso wenig, wie stark die neuen Cybersicherheits-Schutzmaßnahmen die Ablehnungsquote bei alltäglichen, harmlosen Aufgaben erhöhen. Offen bleibt außerdem, wann das angekündigte Haiku 5.5 die 5.5-Generation vervollständigt.

Dieser Artikel ist mit Unterstützung künstlicher Intelligenz entstanden. Bei dem, was wir hier machen, wäre alles andere seltsam gewesen.

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Noch offene Fragen?

Claude Sonnet 5.5 ist Anthropics Modell für Standardaufgaben mit hohem Tempo, veröffentlicht am 28. September 2026 unter der Modell-ID claude-sonnet-5-5. Verfügbar ist es über die Claude API, Amazon Bedrock, Google Cloud, Microsoft Foundry.

Der Preis ist die Gebühr, die Anthropic je 1 Million verarbeiteter Token berechnet. Claude Sonnet 5.5 kostet unverändert zu Sonnet 5 2 US-Dollar Input und 10 US-Dollar Output je 1 Million Token, Cache-Reads 0,20 US-Dollar (Stand: September 2026).

Schneller heißt hier: Sonnet 5.5 gibt seine Antwort laut Anthropic über 30 Prozent zügiger aus als Sonnet 5, bei identischem Token-Preis. Unabhängig geprüft ist dieser Wert bislang nicht.

Opus 5.5 ist Anthropics Frontier-Modell, also die leistungsstärkste verfügbare Modellklasse, während Sonnet 5.5 als schnelleres, günstigeres Modell für die meisten Standardaufgaben gedacht ist. Auf den Benchmarks von Anthropic liegt Opus 5.5 durchgehend etwas vor Sonnet 5.5.

EU-Datenresidenz bedeutet, dass die Inferenz vertraglich zugesagt in EU-Rechenzentren läuft. Die Anthropic-API selbst bietet dafür nur die Regionen global und USA. Eine EU-Verarbeitung ist über Amazon Bedrock oder Google Cloud mit regionalem Endpunkt möglich, gegen einen Aufschlag von rund 10 Prozent. Datenschutzkonform ausgestaltbar ist der Einsatz damit, ein Auftragsverarbeitungsvertrag bleibt Voraussetzung.

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