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KI-Readiness-Check für Unternehmen: Woran du echte Bereitschaft erkennst

KI-Readiness-Check für Unternehmen: die vier Bereiche, die wirklich über den ersten KI-Piloten entscheiden, und warum ein kostenloser Online-Test allein nicht reicht.

Andre Loreth7 Min. Lesezeit
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KI-Readiness-Check für Unternehmen: Prozesse, Daten, Verantwortung und Kompetenz einschätzen

Viele Unternehmen beginnen ihr erstes KI-Projekt mit der Frage nach dem passenden Tool. Wichtiger ist zunächst eine andere Frage: Kann der Betrieb ein solches Tool überhaupt sinnvoll einsetzen? Ein KI-Readiness-Check klärt das vorab. Er prüft vier Bereiche, bevor Budget in einen Piloten fließt.

Kurzfassung

Ein KI-Readiness-Check prüft vier Bereiche: Prozesse, Datenlage, Verantwortung und Kompetenz der Beschäftigten. Kostenlose Online-Selbsttests liefern eine erste Orientierung, ersetzen aber keine Einschätzung, die das konkrete Vorhaben kennt. Ist ein Bereich noch nicht so weit, verschiebt das nicht den Piloten, sondern die Reihenfolge der Schritte.

Wer bereits einen Kandidaten für den ersten Workflow hat, findet das weitere Vorgehen unter KI-Use-Cases finden. Dieser Beitrag behandelt den Schritt davor: ob die Voraussetzungen im Unternehmen stimmen.

Was ein KI-Readiness-Check prüft

Unter dem Begriff laufen zwei verschiedene Angebote. Das eine ist ein Online-Fragebogen, der nach wenigen Minuten eine Ampel oder einen Punktwert ausgibt. Solche Selbsttests bieten unter anderem die Mittelstand-Digital-Zentren kostenlos an, für einen ersten Eindruck taugen sie. Das andere ist eine Standortbestimmung, die benennt, wo es im Unternehmen hakt und was daraus für das nächste Vorhaben folgt.

Inhaltlich fragen beide Varianten dieselben vier Bereiche ab, nur unterschiedlich tief:

BereichBereit, wenn…Noch nicht bereit, wenn…
Prozessreifeein Ablauf wiederholt gleich abläuft und sich in wenigen Sätzen beschreiben lässtjeder Fall anders läuft und niemand den Ablauf ohne Rückfrage erklären kann
Datenlagefeststeht, welche Daten hineinfließen und welcher Kategorie sie angehörenunklar ist, woher die Daten kommen und ob sie das Haus verlassen dürfen
Verantwortungeine Person Entscheidungen zum Piloten treffen darf und dafür Zeit hatdie Verantwortung diffus im Team liegt oder nirgends benannt ist
Kompetenzdie Beteiligten die Grenzen des Systems kennen und mitziehenSkepsis, Zeitmangel oder fehlendes Grundverständnis den Start blockieren

Die folgenden Abschnitte behandeln die Bereiche einzeln.

Prozessreife: Abläufe müssen wiederkehren und beschreibbar sein

Ein KI-System arbeitet nur dann verlässlich, wenn klar ist, wie ein korrekt bearbeiteter Fall aussieht. Das setzt Prozesse voraus, die häufig und in ähnlicher Form ablaufen, ein erkennbares Ergebnis haben und sich beschreiben lassen, ohne dass ständig der Satz “kommt drauf an” fällt.

Ein einfacher Test: Kann eine neue Mitarbeiterin den Ablauf anhand der vorhandenen Unterlagen nachvollziehen, ohne dass jemand danebensitzt? Falls nicht, ist der Prozess nicht nur für KI zu unklar, sondern schon für eine geordnete Einarbeitung. Dieselbe Probe hilft später bei der Auswahl des ersten Anwendungsfalls.

Ungeeignet ist ein solcher Prozess deshalb nicht. Er muss aber zuerst geklärt und dokumentiert werden, bevor ein System darauf aufsetzt. Das dauert in der Regel einige Tage und verhindert, dass der Pilot später an einem ungeklärten Ablauf scheitert.

Datenlage: Klar sein muss, welche Daten wohin dürfen

Die Datenfrage bleibt in der Praxis am längsten offen: Welche Daten fließen in den geplanten Workflow, und dürfen sie das eigene Netz verlassen? Fehlt die Antwort, stoppt der Pilot entweder, oder er läuft in einer rechtlichen Grauzone weiter, aus der er später nur mit Verzögerung herauskommt.

Geklärt ist die Datenlage, wenn drei Punkte feststehen: die Datenkategorie, also etwa allgemeine Bürodokumente oder personenbezogene, mandatsbezogene und besonders schützenswerte Daten, dann der Ort der Verarbeitung und schließlich, ob der Anbieter mit diesen Daten trainiert. Für allgemeine Bürodokumente genügt meist ein Enterprise-Tier mit Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Sensiblere Kategorien erfordern Datenresidenz in der EU oder eine private Infrastruktur. Den vollständigen Prüfweg beschreibt der Beitrag Datenschutzkonforme KI für Unternehmen.

Entscheidend ist also nicht, wie kompliziert die Datenlage ist, sondern ob sie geklärt ist. Ein Unternehmen mit sensiblen Daten kann sofort starten, wenn es die Kategorie kennt und die passende Infrastruktur wählt. Ein Unternehmen mit unkritischen Daten kommt dagegen nicht voran, solange niemand die Frage gestellt hat.

Vierfeldermatrix aus Kategorie geklärt und Kategorie ungeklärt gegen Unkritische Daten und Sensible Daten. Beide Felder mit geklärter Kategorie zeigen Kann starten, einmal mit Enterprise-Tier mit AVV, einmal mit EU-Datenresidenz oder private Infrastruktur. Das Feld Sensible Daten mit ungeklärter Kategorie zeigt Blockiert. Hervorgehoben ist das Feld Unkritische Daten mit ungeklärter Kategorie, das ebenfalls Blockiert zeigt.
Nicht die Datenkategorie blockiert, sondern die offene Frage.

Verantwortung: Eine Person muss entscheiden können

Dieser Bereich wird am häufigsten übersehen, weil er nicht nach Technik klingt. Ein Pilot braucht eine Person, die Entscheidungen trifft, ohne jedes Mal eine Abstimmungsrunde einzuberufen, und die dafür Zeit im Kalender hat. Der Satz “Das Team kümmert sich darum” benennt keine Verantwortung. Er verteilt sie, und das verzögert jede Entscheidung.

In mittelständischen Betrieben ist diese Rolle selten eine Vollzeitstelle. Meist übernimmt sie die IT-Leitung, eine Prozessverantwortliche oder die Geschäftsführung zusätzlich. Der Titel ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass die Person schnell und verbindlich festlegen kann, welche Fälle in den Piloten gehen und ab wann ein Test als gescheitert oder erfolgreich gilt.

Fehlt die Rolle, ist das kein Grund, den Piloten zu verschieben. Die Benennung wird dann zum ersten Schritt, noch bevor der erste Workflow ausgewählt wird.

Kompetenz: Beschäftigte müssen die Grenzen des Systems kennen

Der vierte Bereich hat eine praktische und eine rechtliche Seite. Praktisch braucht ein Pilot Mitarbeitende, die wissen, was das System leistet und was nicht, und die Ergebnisse prüfen, statt sie ungesehen zu übernehmen. Rechtlich verpflichtet der EU AI Act Anbieter und Betreiber von KI-Systemen seit Februar 2025, für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals zu sorgen. Welche Rollen das betrifft und wie sich die Schulung nachweisen lässt, erklärt der Beitrag EU AI Act Schulungspflicht.

Modelle trainieren muss dafür niemand können. Es genügt, dass die Beteiligten typische Fehlerquellen kennen, etwa Halluzinationen (frei erfundene, aber plausibel klingende Aussagen), und wissen, wann sie eine Ausgabe hinterfragen müssen. Fehlt dieses Grundverständnis, hilft auch die beste Tool-Auswahl wenig. Die Schwachstelle liegt dann im Umgang mit den Ergebnissen, nicht in der Technik.

Warum ein kostenloser Online-Selbsttest nicht ausreicht

Kostenlose Selbsttests von Mittelstand-Digital-Zentren oder Industrie- und Handelskammern haben durchaus ihren Nutzen. Sie sind schnell ausgefüllt, unverbindlich und ein brauchbarer Anlass, sich mit dem eigenen Stand zu befassen. Allerdings müssen sie allgemein bleiben, damit sie für jedes Unternehmen funktionieren. Welcher Workflow bei dir ansteht, welche Systeme im Haus laufen oder welche Datenkategorie das größte Risiko birgt, können sie nicht wissen.

Besonders deutlich wird das bei Verantwortung und Daten. Die Frage, ob “jemand zuständig ist”, lässt sich mit Ja beantworten, auch wenn diese Person gar nichts entscheiden darf. Ebenso pauschal lässt sich ankreuzen, dass “die Datenlage geklärt ist”, ohne dass die Kategorie eines konkreten Vorhabens bekannt ist. Ein Selbsttest funktioniert wie ein Fieberthermometer: Er zeigt, dass etwas nicht stimmt, aber nicht, woher das Problem kommt.

Zwei Ergebniskarten nebeneinander. Links, ruhig gehalten, ein Online-Selbsttest mit einer neutralen Ampel auf Gelb und der Zeile Verantwortung: Ja. Rechts, farbig hervorgehoben und optisch schwerer, eine Einschätzung mit dem Text Verantwortung benannt, aber ohne Freigabe für Budget und Abbruchkriterium, darunter der Hinweis Vor dem Piloten klären.
Ein Selbsttest zeigt, dass es hakt. Eine Einschätzung zeigt, wo.

Hier setzt eine Einschätzung durch jemanden an, der beides kennt: die vier Bereiche und die Workflows, die im Mittelstand tatsächlich funktionieren. Einen Überblick über geeignete Einstiegs-Workflows und typische Anfängerfehler gibt der Beitrag KI im Mittelstand: der Einstieg.

Was jetzt zu tun ist

Geh die vier Bereiche einmal durch, und zwar mit den Personen, die die Antworten kennen, nicht mit denen, die sie vermuten. Steht ein Bereich auf Rot, ergibt sich daraus der nächste Schritt: die Rolle benennen, die Datenkategorie klären oder den Prozess einmal sauber aufschreiben. Sind die Voraussetzungen erfüllt, folgt die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, beschrieben in KI ROI berechnen.

Vier Bereiche, Prozess, Daten, Verantwortung und Kompetenz, jeweils mit einem Nicht-bereit-Symbol markiert und mit einem Pfeil zu einem ersten Schritt: Einmal aufschreiben, Kategorie klären, Rolle benennen, Grundlagen schulen. Alle vier Schritte laufen auf einen hervorgehobenen Knoten mit der Beschriftung Pilot zusammen.
Jeder offene Bereich wird zum ersten Schritt vor dem Piloten.

Eine Einschätzung, die deine tatsächliche Ausgangslage berücksichtigt, bekommst du im Kennenlerngespräch. Es dauert 30 Minuten. Danach weißt du, ob ein erster Pilot jetzt sinnvoll ist oder was vorher geklärt werden muss.

Dieser Artikel ist mit Unterstützung künstlicher Intelligenz entstanden. Bei dem, was wir hier machen, wäre alles andere seltsam gewesen.

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Noch offene Fragen?

Ein KI-Readiness-Check klärt, ob ein Unternehmen die Voraussetzungen für den ersten produktiven KI-Einsatz erfüllt. Er prüft vier Bereiche: wiederkehrende und beschreibbare Prozesse, eine geklärte Datenlage, eine benannte Verantwortung sowie Kompetenz und Bereitschaft der Beschäftigten. Es geht also nicht darum, ob ein Tool verfügbar ist, sondern ob das Unternehmen es sinnvoll einsetzen kann.

Ein kostenloser Selbsttest, etwa von einem Mittelstand-Digital-Zentrum oder einer IHK, ist in wenigen Minuten erledigt und liefert eine erste Orientierung. Das Ergebnis bleibt allerdings allgemein und hat keinen Bezug zu einem konkreten Vorhaben. Welcher Workflow zuerst drankommt und was vorher zu klären ist, lässt sich nur mit Kenntnis der eigenen Prozesse und Daten beantworten.

Das KI-Projekt muss deshalb nicht warten, nur die Reihenfolge ändert sich. Fehlt etwa eine benannte Verantwortung, wird die Rolle vor dem Piloten besetzt und nicht erst währenddessen. Ist die Datenlage unklar, startet der Pilot mit einem Workflow, der nur öffentliche oder unkritische Daten verarbeitet. Die sensiblere Datenkategorie wird parallel geklärt.

Die vier Bereiche lassen sich in einem Gespräch von 30 bis 60 Minuten einschätzen, sofern die richtigen Personen teilnehmen: jemand mit Prozesskenntnis, jemand mit Systemzugriff und jemand mit Entscheidungsbefugnis. Mehr Zeit kostet meist nicht die Einschätzung selbst, sondern das Zusammentragen von Antworten, die bisher niemand aufgeschrieben hat.

Willst du wissen, ob dein Unternehmen KI-ready ist?

Wir gehen die vier Bereiche gemeinsam durch und sagen dir ehrlich, wo du stehst und was als Nächstes sinnvoll ist.

  • Wir ordnen deine Prozesse, Daten, Verantwortlichkeiten und Teamkompetenz ein
  • Du bekommst eine ehrliche Einschätzung statt einer Ampel ohne Begründung
  • Du weißt danach, ob ein erster Pilot jetzt sinnvoll ist oder was vorher zu klären ist
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30 Minuten. Danach weißt du, welche drei Prozesse bei dir zuerst dran sind.

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