UiPath bündelt seine KI in zwei Bausteinen: Autopilot als assistive KI für Studio, Testing und Betrieb, und Agents für eigenständig laufende Automatisierung. Einen festen Preis nennt UiPath laut eigener Preisseite nur für den kleinsten Tarif, für alles darüber ist ein Vertriebsgespräch nötig, mit Folgen für Unternehmen, die UiPath KI vorab kalkulieren wollen.
Kurzfassung
- UiPath bündelt KI in Autopilot, einer assistiven KI für Studio und Betrieb, und in Agents, eigenständig laufenden Automatisierungen.
- Laut UiPaths eigener Preisseite hat nur der Basic-Tarif für 25 US-Dollar pro Monat einen festen Preis, Standard und Enterprise mit unbegrenzten Agentenaufrufen nennt UiPath nur auf Anfrage.
- Das betrifft Unternehmen, die UiPath KI prüfen und vor einer Kaufentscheidung eine belastbare Preisangabe brauchen.
Was einen KI-Baustein grundsätzlich von einer festen Automatisierungsregel unterscheidet, erklärt der Beitrag KI-Automatisierung erklärt. Autopilot und Agents folgen diesem Muster nur teilweise: Autopilot ersetzt einen Schritt, an dem bisher ein Mensch Workflows beschrieben oder Fehler gesucht hat, Agents übernehmen dagegen ganze Abläufe eigenständig, nicht nur einen einzelnen Schritt.
Autopilot: assistive KI für Studio, Testing und Betrieb
Autopilot ist laut UiPaths eigener Produktseite eine in die Plattform eingebaute assistive KI, die Teams beim Bauen, Betreiben und bei der Fehlersuche von Automatisierungen unterstützt. Sie erzeugt Workflows, Ausdrücke und API-Aufrufe in Studio aus Beschreibungen in natürlicher Sprache, entwirft System- und Nutzer-Prompts samt Ein- und Ausgabeschemata für Agents, fasst Geschäftsanforderungen in BPMN-Entwürfe, generiert Tests aus Anforderungen und wertet deren Ergebnisse aus. Im Betrieb überwacht Autopilot Warteschlangen und Zeitpläne, meldet Ausfälle früh und hilft, Störungen in natürlicher Sprache einzuordnen.
Welches Sprachmodell hinter Autopilot steht, legt laut UiPath nicht UiPath selbst fest: Unterstützt werden GPT, Gemini, Claude oder andere kompatible Modelle, Administratoren bestimmen zugelassene Werkzeuge und Richtliniendateien, jede Aktion läuft protokolliert über die UiPath AI Trust Layer. Autopilot ist laut eigener Preisseite in den Nutzerlizenzen enthalten, mit einem monatlichen Nutzungslimit, ein separater Kauf ist nicht nötig.
Agents und Agentic Automation: nur ab Standard ohne Limit
Agents bezeichnet UiPath als eigenständig laufende Automatisierungen, die Autopilot beim Entwurf unterstützt. Wie viele Agentenaufrufe ein Tarif erlaubt, unterscheidet sich laut UiPaths eigener Preisseite deutlich: Im Basic-Tarif sind Agentenaufrufe begrenzt, in Standard und Enterprise unbegrenzt. Genau diese beiden Tarife mit unbegrenzten Agentenaufrufen nennt UiPath aber nicht öffentlich im Preis, sie sind ausschließlich über den Vertrieb erhältlich.
Basic-Tarif ist im Umbau
UiPaths eigene Preisseite weist den Basic-Tarif ausdrücklich als „in Weiterentwicklung” aus und kündigt ein aktualisiertes Angebot an, ohne ein Datum zu nennen. Wer heute auf Basic kalkuliert, sollte vor einer Entscheidung prüfen, ob sich der Umfang bereits geändert hat.
Document Understanding und Generative Extraction: zwei Engines für unterschiedliche Dokumente
UiPath trennt die Dokumentenverarbeitung laut eigener Produktseite in zwei Engines innerhalb von IXP, der eigenen Plattform für Dokumenten- und Kommunikationsdaten. Document Understanding extrahiert Daten aus strukturierten und halbstrukturierten Dokumenten wie Rechnungen und Formularen, Generative Extraction übernimmt unstrukturierte Inhalte wie Verträge und Berichte. Laut UiPath wählt IXP für jeden Dokumenttyp automatisch das passende Modell, ein konkreter Modellname lässt sich dafür nicht einsehen oder festlegen. Dokumenten- und Kommunikationsextraktion zählt laut Preisseite zu den Funktionen, die erst ab dem Standard-Tarif enthalten sind.
Preise: UiPath-Tarife, Stand Oktober 2026
Stand: Oktober 2026, Angaben laut UiPaths eigener Preisseite in US-Dollar.
| Tarif | Preis | KI-Umfang |
|---|---|---|
| Community | 0 US-Dollar | Studio, SDK-Zugriff, Community-Forum, kein produktiver Einsatz |
| Basic | ab 25 US-Dollar pro Monat | Begrenzter Umfang, begrenzte Agentenaufrufe, europäisches Hosting |
| Standard | nur auf Anfrage | Unbegrenzte Agentenaufrufe, Dokumenten- und Kommunikationsextraktion, eigener Identitätsanbieter |
| Enterprise | nur auf Anfrage | Zusätzlich eigenes Modell, eigene Verschlüsselung, eigener Credential-Tresor, eigene CI/CD-Pipeline |
Nutzer- und Roboterlizenzen verkauft UiPath laut eigener Seite zusätzlich und getrennt von den Tarifen, auch dafür nennt die Preisseite keine festen Beträge. Wer heute kalkulieren will, kommt damit über den Basic-Tarif hinaus nicht ohne ein Gespräch mit dem Vertrieb aus, ein Unterschied zu Wettbewerbern mit durchgehend veröffentlichten Preisstufen.
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UiPath und die DSGVO
UiPath wendet die DSGVO laut eigener Dokumentation unternehmensweit auf alle Produkte an und bildet sie in seinen konzerninternen Vereinbarungen ab. Bei Cloud-Produkten agiert UiPath als Auftragsverarbeiter, das Unternehmen bleibt Verantwortlicher; eine vollständig selbst betriebene Variante der Plattform steht laut UiPath ebenfalls zur Verfügung, bei der keine Daten die eigene Umgebung verlassen. Für europäische Mandanten verarbeitet UiPath Daten laut eigener Dokumentation in europäischen Rechenzentren, einzelne KI-Funktionen können Daten aber vorübergehend in eine Region mit verfügbarem Modell weiterleiten, ohne sie dort zu speichern. Eine Ausnahme nennt UiPath selbst: Authentifizierungsdaten über den Anmeldedienst Auth0 werden standardmäßig in der EU verarbeitet, lassen sich bei Bedarf aber über eine eigene Single-Sign-On-Konfiguration umleiten.
Wo UiPath KI an Grenzen kommt
Zwei Punkte bleiben unabhängig vom gebuchten Tarif bestehen. Erstens bleibt der einzige veröffentlichte Preis auf den eng begrenzten Basic-Tarif beschränkt, jede belastbare Kalkulation für echte Agentic Automation oder Dokumentenextraktion braucht ein Vertriebsgespräch, ohne das sich der tatsächliche Preis für den eigenen Durchsatz vorab nicht abschätzen lässt. Zweitens positioniert sich UiPath selbst als umfassende Enterprise-Automatisierungsplattform mit Process Mining, Low-Code-Entwicklung und Roboterbetrieb aus einer Hand, was für ein kleineres Unternehmen mit wenigen, klar umrissenen Abläufen schnell mehr Plattform bedeutet, als der eigene Bedarf verlangt.
Den grundsätzlichen Unterschied zwischen RPA und KI-Prozessautomatisierung, unabhängig vom konkreten Werkzeug, erklärt der Leitfaden zur KI-Prozessautomatisierung. Was eine private KI-Infrastruktur an Modellwahl und Datenstandort unter eigener Kontrolle zusätzlich bietet, ordnet der Beitrag dazu ein. Wie ein Auftragsverarbeitungsvertrag für KI-Anbieter grundsätzlich geprüft wird, unabhängig vom konkreten Anbieter, beschreibt der Beitrag Auftragsverarbeitungsvertrag für KI-Anbieter im Detail.
UiPath KI gegen eigene Prozessautomatisierung
| Kriterium | UiPath KI (Autopilot + Agents) | Eigene Prozessautomatisierung |
|---|---|---|
| Veröffentlichter Preis | Nur für Basic, 25 US-Dollar pro Monat | Kein UiPath-Tarif, eigenes Projekt |
| Agentenaufrufe | Begrenzt in Basic, unbegrenzt nur ab Standard auf Anfrage | Keine tarifgebundene Obergrenze |
| Dokumentenextraktion | Erst ab Standard enthalten | Von Anfang an selbst festgelegt |
| Modellwahl und Datenstandort | Wählbar über Autopilot, Region laut Mandanteneinstellung | Selbst festgelegt, inklusive Datenstandort |
| Plattformumfang | Umfassende Enterprise-Plattform mit Process Mining und Roboterbetrieb | Zugeschnitten auf den konkreten Ablauf |
Verdict: Wann UiPath KI reicht
UiPath KI reicht für Unternehmen, die bereits eine umfassende RPA- und Automatisierungsplattform betreiben oder planen, deren Volumen ein Vertriebsgespräch für Standard oder Enterprise rechtfertigt, und die von Process Mining bis Roboterbetrieb eine einzelne Plattform bevorzugen. Für diesen Einsatzbereich ist die Tiefe der Plattform ein echter Vorteil gegenüber kleineren No-Code-Werkzeugen.
Eine eigene Ergänzung lohnt sich, sobald der Basic-Tarif nicht reicht, aber ein offener Preis vor der Entscheidung wichtiger ist als die Vertriebsschiene, sobald das eigene Volumen eine Enterprise-RPA-Plattform überdimensioniert, oder sobald Modellwahl und Datenstandort vertraglich präzise festgelegt werden müssen. In diesen Fällen bestimmt sonst nicht der eigene Prozess das Vorgehen, sondern der Umfang des Tarifs, den ein Vertriebsgespräch am Ende ergibt.
Was jetzt zu tun ist
Prüf zuerst, ob dein tatsächlicher Durchsatz an Agentenaufrufen und Dokumenten innerhalb des Basic-Tarifs bleibt, bevor ein Vertriebsgespräch für Standard oder Enterprise überhaupt nötig wird. Kläre danach, ob deine Daten innerhalb der EU verbleiben müssen, welche Autopilot- und Agent-Funktionen dafür infrage kommen, und ob der Auftragsverarbeitungsvertrag mit UiPath die konkret genutzten KI-Funktionen ausdrücklich mit abdeckt, bevor echte Geschäftsdaten durchlaufen.